Wer ist deine KI eigentlich?
    Strategie

    Wer ist deine KI eigentlich?

    Wer dein KI-Agent ist, entscheidet über die Qualität seiner Arbeit.

    12. April 2026
    9 Min Lesezeit

    Hoi und herzlich willkomma zu den Büro für KI-Insights 👋🏽

    In der letzten Ausgabe habe ich die fünf Bausteine unseres KI-Betriebssystems vorgestellt. Identität, Gedächtnis, Skills, Schnittstellen, Governance. Und ich hatte versprochen, jeden Baustein einzeln durchzugehen.

    Heute also Baustein 1. Identität.

    Die 5 Bausteine des KI-Betriebssystems: Identität, Gedächtnis, Skills, Schnittstellen und Governance

    Die fünf Bausteine gruppieren sich in drei Sphären. Identität und Gedächtnis sind das Sein, also wer der Agent ist und was er weiss. Skills und Schnittstellen sind das Tun, also was er kann und womit er spricht. Governance ist das Dürfen, also unter welchen Bedingungen er handeln darf. Heute starten wir mit dem ersten Teil des Seins.

    In diesem Newsletter erfährst du:

    • Wie sich Agent-Identität von ein paar Zeilen Custom Instructions zu einem echten System entwickelt
    • Was Anthropic mit dem «Soul Document» entdeckt hat
    • Warum Prinzipien wichtiger sind als Regeln (aber Regeln trotzdem nötig bleiben)
    • Wie du in 30 Minuten eine erste Agent-Identität für dein Unternehmen baust

    Let's dive in 🤓🤿

    Worum es geht

    Wenn wir Menschen eine Aufgabe erledigen, greifen wir auf alles zurück was uns ausmacht. Unsere Identität, unsere Erinnerungen, unsere Fähigkeiten, unser Zugang zu Informationen. All das bestimmt die Qualität unserer Arbeit.

    Bei einem KI-Agenten ist es ähnlich. Mit einem wichtigen Unterschied: Wir Menschen greifen auf all das unbewusst und praktisch unbegrenzt zu. Ein Agent hat einen begrenzten Arbeitsspeicher, das Kontextfenster. Und da muss das Richtige drin sein.

    Genau das ist die Idee hinter dem KI-Betriebssystem: Der Agent muss bei jeder Aufgabe alles finden, was er für ein gutes Ergebnis braucht. In der richtigen Form, automatisch, ohne dass jemand daran denken muss.

    Wir machen das schon lange. Custom Instructions in ChatGPT waren der erste Schritt. Begrenzt auf ein paar tausend Zeichen, aber für einfache Aufgaben hat das gereicht.

    Danach haben wir ein Second Brain aufgebaut. Markdown-Dateien in Google Drive mit allem, was die KI über uns wissen muss. Tonalität, Werte, Schreibstil, wie wir mit Kunden reden. Das hat sehr gut funktioniert. Das einzige Problem war, dass ich die Dateien jedes Mal suchen und manuell anhängen musste. Ein Workaround, der funktioniert, aber halt ein Workaround.

    Heute läuft das automatisch. Bei OpenClaw, dem Agenten-Framework das wir nutzen, werden bestimmte Dateien bei jeder Aufgabe automatisch mitgegeben. Ohne dass jemand daran denken muss.

    Was immer dabei ist

    SOUL.md beschreibt, wer der Agent ist. Charakter, Tonalität, Grundwerte, harte Grenzen, Schreibstil. Diese Datei geht bei jeder Aufgabe mit, egal worum es geht.

    USER.md beschreibt, für wen er arbeitet. Wer wir sind, wie wir mit Kunden umgehen, was das Unternehmen macht. Auch die geht immer mit.

    Dazu kommen je nach Aufgabe weitere Inhalte: relevante Memory-Einträge (was gestern besprochen wurde), der passende Skill (wie eine bestimmte Aufgabe ausgeführt wird), und der aktuelle Konversationsverlauf. So ist das Kontextfenster bei jeder Aufgabe mit dem gefüllt, was für ein gutes Ergebnis nötig ist.

    Die anderen Bausteine schauen wir in den nächsten Ausgaben an. Heute geht es um die Identität, also SOUL.md und USER.md, die Teile die immer dabei sind und dem Agenten sagen, wer er ist.

    Was den Unterschied macht, ist nicht das Tool und nicht der Dateiname. Es ist, was man reinschreibt. Und da lohnt es sich, wirklich Zeit zu investieren.

    Bei uns wachsen die Dateien laufend. Jedes Mal wenn der Agent etwas anders macht als wir es wollen, kommt eine Zeile dazu. Gerade diese Woche zum Beispiel hat er in einem Text Doppelpunkte vor Kleinbuchstaben gesetzt, obwohl wir nach Doppelpunkt immer einen Grossbuchstaben wollen. Also eine Zeile ergänzt, fertig. Nächstes Mal stimmt es.

    Was in eine Agent-Identität reingehört

    Egal welches Tool du nutzt, diese fünf Teile sollte jede Agent-Identität enthalten. Ob das eine SOUL.md ist, eine Notion-Seite oder ein paar Zeilen Custom Instructions.

    Die fünf Bausteine einer Agent-Identität: Wer & Was, Grundsätze, Hard Constraints, Schreibstil und Beispiele

    1. Identität (Wer) Name, Rolle, primäre Aufgaben. Kurz und konkret. Nicht «Assistent», sondern: «KI-Assistent für Büro für KI. Unterstützt bei Content, Korrespondenz und Buchhaltung. Locker, direkt, technisch kompetent.» 2. Grundsätze (Warum) 3 bis 5 Kern-Prinzipien, je mit Begründung. Nicht «Sei hilfreich». Sondern: «Sei direkt und ehrlich, auch wenn das unbequem ist, weil unsere Kunden echte Antworten brauchen, keine beruhigenden.»

    Die Begründung ist das Entscheidende. Ohne das Warum kann der Agent in unvorhergesehenen Situationen nicht selbstständig richtig entscheiden. Mit dem Warum schon.

    3. Hard Constraints (Was nie) Nicht-verhandelbare Grenzen. Datenschutz, Compliance, firmenspezifische No-Gos. Klar formuliert, kein Spielraum. Beispiel: «Niemals direkt an Kunden senden, immer nur Entwürfe zur Freigabe.»

    4. Schreibstil und Tonalität Konkret statt vage. Nicht «Sei professionell». Sondern: «Kein Deutsch-Englisch-Mix. Kein Fachjargon ohne Erklärung. Duzen. Keine Ausrufezeichen. Keine Gedankenstriche.» Je konkreter, desto besser. Vage Anweisungen interpretiert der Agent selbst. Das will man nicht.

    5. Beispiele und Anti-Beispiele Konkrete Situationen, wie der Agent antworten soll, und Situationen, wie er nicht antworten soll. Das hilft dem Agent, den Ton zu kalibrieren, weil er nicht nur Regeln hat, sondern gelungene und misslungene Muster. Beispiel: «Wenn jemand fragt ob wir eine Dienstleistung anbieten und wir tun es nicht, antworte direkt mit Nein und zeige eine Alternative auf.» Anti-Beispiel: «Antworte nie mit ‹Das ist eine gute Frage›.»

    Was NICHT in die Identität gehört

    Identität ist nicht, was der Agent weiss. Das ist Gedächtnis (Baustein 2). Nicht was er kann, das sind Skills (Baustein 3). Nicht womit er spricht, das sind Schnittstellen (Baustein 4). Und nicht was er darf, das ist Governance (Baustein 5).

    Identität ist, wer er ist, unabhängig von all dem.

    Ein einfacher Test: «Würde das noch stimmen, wenn der Agent morgen einen anderen Kalender-Zugang hätte?» Ja? Dann gehört es in die Identität. Nein? Dann gehört es woanders hin.

    Wie wir das bei uns gelöst haben

    Unser System basiert auf OpenClaw. Da gibt es Markdown-Dateien, die der Agent bei jedem Start liest. Quasi sein Einarbeitungs-Handbuch.

    SOUL.md

    SOUL.md: Charakter, Grundsätze, Hard Constraints und Schreibstil eines KI-Agenten

    Die wichtigste Datei. Hier steht, wer der Agent ist. Ein Auszug aus unserer:

    # SOUL.md
    
    ## Wer du bist
    KI-Assistent für Büro für KI. Locker, direkt, technisch kompetent.
    
    ## Grundsätze
    1. Partner, nicht Berater.
       Wir arbeiten auf Augenhöhe, übernehmen Mitverantwortung.
    
    2. Arbeitsweise vor Tools.
       Tools liefern das Potenzial. Die Arbeitsweise nutzt das Potenzial.
    
    3. Befähigung vor Abhängigkeit.
       Ziel ist, uns so schnell wie möglich überflüssig zu machen.
    
    4. Change als Kernkompetenz.
       KI-Transformation ist 30% Tech, 70% Mensch.
    
    ## Hard Constraints
    - Niemals direkt an Kunden senden, nur Entwürfe
    - Config-Änderungen immer erst absprechen
    - Keine Gedankenstriche verwenden
    
    ## Schreibstil
    - Keine Ausrufezeichen
    - Immer auch Grenzen und Risiken zeigen
    - Kein Hype-Vokabular
    

    Das war anfangs viel kürzer. Vielleicht zehn Zeilen. Aber mit jeder Situation, in der der Agent etwas falsch eingeschätzt hat, kam eine Zeile dazu. Das ist normal. Identität ist ein lebendes Dokument.

    USER.md

    USER.md beschreibt, für wen der Agent arbeitet, inklusive Unternehmensdetails und Kommunikationsstil

    Die zweite Datei. Beschreibt für wen der Agent arbeitet:

    • Wer ist der Mensch dahinter (Name, Rolle, Kommunikationsstil)
    • Welches Unternehmen
    • Welche Sprache, welcher Ton, welche Eigenheiten

    Hard Constraints vs. Grundsätze

    Hier ist eine Unterscheidung, die wir ziemlich schnell gelernt haben. Man braucht beides.

    Grundsätze sind das Warum. «Partner, nicht Berater» erklärt dem Agenten, wie er grundsätzlich mit Menschen zusammenarbeiten soll. Das hilft ihm, in Situationen richtig zu reagieren, die wir nie explizit beschrieben haben.

    Hard Constraints sind Regeln, die nie gebrochen werden dürfen. «Niemals direkt an Kunden senden» ist keine Empfehlung, das ist eine Grenze.

    Anthropic hat das übrigens 2026 in ihrer neuen Constitution genauso beschrieben. Sie haben ihren ganzen Ansatz umgebaut: Weg von starren Regellisten, hin zu Kontext und Begründung. Aber mit klaren Grenzen, die nie überschritten werden. Prinzipien und Regeln, nicht entweder oder.

    Wie andere Tools das lösen

    Unser 5-Bausteine-Framework greift vollständig erst bei agentischen Systemen, also ab Stufe 3 aus unserer Dreistufen-Ausgabe. Identität ist aber der eine Baustein, der schon davor greift. Jeder, der ChatGPT oder Claude nutzt, profitiert sofort davon, wenn er Custom Instructions oder Project Instructions richtig füllt. Die anderen vier Bausteine werden erst dann wirklich relevant, wenn der Agent eigenständig handelt.

    ChatGPT

    «Custom Instructions» oder «Memories». Du beschreibst einmal, wer du bist und wie die Antworten klingen sollen. Zeichenbegrenzt, nicht strukturierbar, aber sofort wirksam.

    Was wirklich rein sollte, ist mehr als «Ich bin Unternehmerin in Zürich». Tonalität, Schreibstil, was du nicht möchtest, für welche Zwecke du das Tool nutzt. Je konkreter, desto besser.

    Beispiel für Custom Instructions bei ChatGPT:

    Screenshot der ChatGPT-Personalisierungseinstellungen mit Basisstil und individuellen Hinweisen

    Ich arbeite als KI-Berater für Schweizer KMU. Antworte auf Deutsch, direkt, ohne Floskeln.
    Kein Hype-Vokabular (kein «revolutionär», «Game Changer» etc.).
    Zeige immer auch Grenzen und Risiken auf, nicht nur Vorteile.
    Keine Ausrufezeichen. Keine Gedankenstriche.
    Bei E-Mails immer zuerst fragen, ob direkt senden oder als Entwurf.
    

    Claude

    «Project Instructions» bei Claude Projects. Pro Projekt kann man eigene Anweisungen, Dokumente und Kontext hinterlegen.

    Für jemanden der beispielsweise Newsletter schreibt, kann ein Claude Project die komplette Tonalität, vergangene Ausgaben als Referenz und spezifische Stilregeln enthalten.

    Agentische Tools (Copilot, Manus, Claude Cowork etc.)

    Bei agentischen Tools ist die Identitätsdefinition nochmal wichtiger, weil der Agent eigenständiger handelt. Copilot Studio nutzt «Agent Instructions» (Das sind aber eher Assistenten und keine Agenten; das wären wir wieder beim Naming-Durcheinander, das aktuell sehr mühsam ist...), Manus hat eigene Konfigurationsmöglichkeiten, Claude Cowork liest Dateien aus dem lokalen Filesystem.

    Das Konzept ist immer dasselbe. Was variiert, ist die Tiefe und die Automatisierung.

    Low-Tech-Lösung

    Eine Notion-Seite, ein Google Doc, ein Confluence-Eintrag. Man kopiert den Inhalt bei Bedarf in den Kontext, oder man gibt dem Chat-Tool das Dokument als Anhang mit. Das ist ein manueller Schritt, aber besser als nichts. Genau so haben wir auch angefangen (Second Brain).

    Das Soul Document

    Und jetzt kurz eine Geschichte, die mich auf dieses Thema gebracht hat.

    Anthropic hat Claude mit einem internen Dokument trainiert. Eine Art Leitfaden: Wie soll sich Claude verhalten? Welche Werte soll es haben? Nach dem Training war dieses Dokument nicht mehr zugänglich. Weder für Nutzer noch für Claude selbst.

    Im Dezember 2025 haben Forscher Claude trotzdem gefragt: Kannst du das Dokument rekonstruieren? Und Claude konnte Teile davon wiedergeben. Fragmente über Ehrlichkeit, über die Vorstellung ein «thoughtful friend» zu sein, über eine Hierarchie der Werte.

    Die Forscher nannten es das Soul Document.

    Das Dokument war kein System-Prompt, also kein versteckter Text, den man jederzeit ändern kann. Es wurde beim Training in die Gewichte eingebrannt. Die eigentliche Intelligenz der KI.

    Die KI erinnerte sich nicht an das Dokument. Sie war das Dokument.

    Und genau das ist der Punkt. Wenn Anthropic so viel Wert darauf legt, wer Claude ist, dann sollten wir das für unsere eigenen Agenten auch tun. Nur halt auf unserer Ebene, mit unseren Dateien, für unseren Kontext.

    Der häufigste Fehler

    Die meisten schreiben eine Identität wie eine Stellenbeschreibung. Vage Adjektive: hilfsbereit, kompetent, professionell. Das Ergebnis sind generische Antworten, die nach ChatGPT klingen und nicht nach euch.

    Eine gute Identität ist meinungsstark und konkret. Nicht «sei hilfreich», sondern «antworte nie mit ‹Great question›, sondern direkt». Nicht «sei professionell», sondern «keine Ausrufezeichen, duzen, keine Floskeln».

    Der Fix: Adjektive durch Beispiele und Anti-Beispiele ersetzen. Und jeder Fehler, den der Agent im Alltag macht, wird zu einer neuen konkreten Zeile. Das ist der Lernloop, der eine Identität über die Zeit schärft.

    Was du jetzt tun kannst

    Du nutzt ChatGPT, Claude oder ein anderes KI-Tool? Dann öffne jetzt die Custom Instructions oder Project Instructions. Was steht da drin?

    Wenn die Antwort «nichts» oder «ein paar vage Sätze» ist, dann fang heute damit an.

    30 Minuten. Ein leeres Dokument. Fünf Fragen:

    • Wer ist unser Agent? (Name, Rolle, 2 bis 3 Sätze)
    • Warum existiert er? (3 Prinzipien mit je einer Begründung)
    • Was darf er nie? (3 harte Grenzen, konkret formuliert)
    • Wie spricht er? (3 Stil-Regeln mit je einem konkreten Beispiel und Anti-Beispiel)
    • Welche Situationen soll er wie oder nicht wie lösen? (2 bis 3 konkrete Fälle)

    Das ist Version 1. Nicht perfekt. Aber deutlich besser als nichts.

    Für alle die schon mit einem eigenen Agenten arbeiten oder das planen: Die gleiche Übung, aber tiefer. Denk an alle Aufgaben die der Agent erledigen soll. Was muss er über euch wissen, um das gut zu machen? Was darf er nie tun, egal was? Wie soll er klingen?

    Und dann: leben lassen. Jedes Mal wenn der Agent etwas macht, das nicht passt, eine Zeile ergänzen. Nicht nur das eine Ergebnis korrigieren, sondern die Grundlage verbessern.

    Key Takeaways

    • KI vergisst standardmässig alles. Jede Session startet neu. Identität gibt dem Agenten Kontinuität, auch ohne Gedächtnis.
    • Grundsätze und Hard Constraints braucht es beides. Grundsätze erklären das Warum. Regeln definieren das Niemals.
    • Identität ist nicht Gedächtnis, nicht Skills, nicht Schnittstellen, nicht Governance. Identität ist, wer der Agent ist, unabhängig von all dem.
    • Das Konzept gilt für alle Tools. Ob ChatGPT Custom Instructions, Claude Projects oder eine Markdown-Datei in OpenClaw.
    • Adjektive sind Lärm. Beispiele und Anti-Beispiele sind Signal. Eine gute Identität wird über Fehler und Korrekturen im Alltag besser.

    Fazit

    Identität ist kein Nice-to-have. Es ist das Fundament. Ohne sie hat man ein mächtiges Tool, das aber generisch und inkonsistent antwortet. Mit ihr hat man einen Partner, der nach einem klingt, die richtigen Grenzen kennt und in neuen Situationen selbständig richtig entscheidet.

    Wir entwickeln unser System laufend weiter. SOUL.md und USER.md wachsen mit jeder Nutzung. Das wird nie ganz fertig sein, und das ist auch ok.

    Nächste Woche Baustein 2: Gedächtnis. Was weiss der Agent, was bleibt, was vergisst er?

    Bis nächsten Sonntag 👋🏽

    Andreas

    Andreas Käser
    Andreas Käser

    Andreas Käser

    Gründer & Inhaber von Büro für KI. Ich helfe KMU, KI strategisch und praxisnah einzusetzen. Mit Beratung, Workshops und massgeschneiderten Lösungen.

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