Sichtbar werden für ChatGPT & Co.: Was du wirklich wissen musst
Wie du Website-Inhalte erstellst, die auch von KI-Systemen gefunden und zitiert werden
Hoi und herzlich willkomma zu den Büro für KI-Insights. 👋🏽
Heute geht's um ein Thema, das gerade viel Wirbel und Hype erzeugt: Wie optimiere ich meine Website für ChatGPT, Perplexity und Co.?
Die SEO-Branche (ich war mit meiner früheren Agentur selbst sehr tief drin 😅) hat dafür unnötigerweise fast ein halbes Dutzend neue Begriffe erfunden: GEO, AEO, GAIO, LLMO (würkli ziemlich unnötig; mehr dazu weiter unten).
In diesem Newsletter zeige ich dir:
- Was hinter dem Akronym-Dschungel steckt (Spoiler: 80-90% ist einfach nur gutes SEO)
- Warum das Thema trotzdem relevant wird (mit aktuellen Zahlen)
- Was wirklich neu ist und was alter Wein in neuen Schläuchen
- Konkrete Beispiele und Tipps, die du sofort umsetzen kannst
- Welche Tools dir beim Monitoring helfen
Das wird etwas länger als sonst. Hol dir doch einen Kaffee. ☕😅
Let's dive in 🤓🤿
Der Akronym-Dschungel: GEO, AEO, GAIO, LLMO – Was soll das?
Die SEO-Branche liebt neue Begriffe. Und seit KI-gestützte Suchsysteme aufkommen, gibt es gleich mehrere:
- GEO (Generative Engine Optimization) – Ursprünglich aus einer Princeton-Studie (2023) zur Optimierung für KI-generierte Antworten
- AEO (Answer Engine Optimization) – Optimierung für Antwort-Maschinen
- GAIO (Generative AI Optimization) – Noch ein Akronym für dasselbe Konzept
- LLMO (Large Language Model Optimization) – Und noch eins
Meine ehrliche Einschätzung? Das ist zu 80-90% reines Rebranding von bewährten SEO-Praktiken. Hochwertiger Content, klare Struktur, E-E-A-T-Signale – das war schon immer wichtig. Die restlichen 10-20% sind tatsächlich neu und spannend. Und genau darum geht's heute.
Warum es trotzdem relevant wird: Die Zahlen
Google AI Mode ist live
Seit kurzem ist der Google AI Mode in der DACH-Region verfügbar. Das ist Googles komplett KI-gestützte Suche, die auf Gemini 2.0 basiert. Nutzer können komplexe, mehrteilige Fragen stellen und erhalten umfassende, KI-generierte Antworten. Der KI-Modus ist mittlerweile in über 200 Ländern und 40+ Sprachen verfügbar. Der EU- und CH-Launch hatte sich wegen DSGVO und EU AI Act zunächst verzögert.
Weltweit erscheinen AI Overviews bei etwa 13% aller Suchanfragen, in den USA bei rund 16% aller Desktop-Suchen. Das zeigt eine Semrush-Studie von 2025, die regelmässig aktualisiert wird.
Das klingt nach wenig? Bedenke: Google verarbeitet rund 14 Milliarden Suchanfragen pro Tag. 13% davon sind über eine Milliarde Anfragen täglich, bei denen KI-generierte Antworten erscheinen.
Und ein komplettes Umstellen auf AI Overviews und den KI-Modus wird meiner Meinung nach kommen, sobald Google sicherstellen kann, dass ihr Werbemodell auch dort dieselben Einnahmen generiert, wo dies mit der aktuellen Suche der Fall ist. 😉
KI-Traffic wächst exponentiell
Eine SE Ranking Studie von 2025 zeigt das Wachstum ziemlich eindrücklich:
- KI-Traffic stieg von 0.02% (2024) auf 0.15% (2025), also mehr als 7x Wachstum
- ChatGPT dominiert mit 78% Marktanteil bei KI-Referrals
- Perplexity folgt mit etwa 14%, Gemini mit 6%
- In der EU liegt der AI-Traffic bei 0.12%, leicht unter dem US-Niveau
Das sind noch kleine Zahlen im Vergleich zu Google. Aber das Wachstum ist bemerkenswert. Und die Nutzer, die über KI kommen, verhalten sich anders: Sie haben bereits eine klare Intention, weil die KI ihnen gesagt hat «Schau dir diese Seite an». Das ist eine Empfehlung, kein Suchergebnis unter vielen.
Die Crawler sind da
Laut Cloudflare-Daten vom Mai 2025 hat sich die Crawler-Landschaft (automatisierte Programme, die Websites durchsuchen und indexieren) massiv verschoben:
- GPTBot (OpenAIs Crawler) wuchs um 305% und stieg von 5% auf 30% Marktanteil bei AI-Crawlern
- Meta-ExternalAgent (Metas Crawler) ist neu eingestiegen mit 19% Marktanteil
- Der gesamte Crawler-Traffic stieg um 18% gegenüber dem Vorjahr
- 14% der Top-Domains nutzen mittlerweile robots.txt-Regeln, um AI-Crawler zu steuern
Die KI-Systeme crawlen das Web aktiv und sie werden immer hungriger.
Was das für dich bedeutet
Die Frage ist nicht mehr, ob KI-Suche relevant wird. Die Frage ist, ob du bereit bist. 😅 Wer jetzt die Grundlagen legt, hat einen Vorsprung. Wer wartet, muss später aufholen.
Was wirklich neu ist (die 10-20%)
Jetzt wird's konkret(er). Was musst du zusätzlich zu gutem SEO beachten? Hier sind die fünf aus meiner Sicht wichtigsten Unterschiede:
1. Absätze statt Seiten optimieren
Das ist die grösste Veränderung in der Praxis.
KI-Systeme extrahieren nicht ganze Seiten, sondern einzelne Absätze (in der Fachsprache «Chunks» genannt). Sie suchen nach dem einen Abschnitt, der die Frage beantwortet. Das bedeutet: Jeder Absatz muss eigenständig funktionieren.
Beispiel:
Früher hast du eine Seite «Alles über Kaffeemaschinen» geschrieben und gehofft, dass Google die ganze Seite gut findet.
Heute fragt jemand ChatGPT: «Welche Kaffeemaschine eignet sich für ein kleines Büro?»
ChatGPT sucht nach einem Absatz, der genau diese Frage beantwortet. Wenn dein Text so aussieht:
«Für kleine Büros mit 5-10 Personen empfehlen wir Kapselmaschinen oder Vollautomaten der Einstiegsklasse. Kapselmaschinen (ca. CHF 150-300) sind wartungsarm und schnell. Vollautomaten (ca. CHF 500-800) bieten mehr Vielfalt, brauchen aber regelmässige Reinigung.»
...dann ist das ein perfekter «Chunk», den die KI zitieren kann. Er ist:
- Eigenständig verständlich (braucht keinen Kontext)
- Konkret (mit Preisangaben)
- Direkt (beantwortet die Frage sofort)
Praktische Umsetzung:
- Schreibe kurze Absätze (2-4 Sätze)
- Beginne jeden Abschnitt mit einer direkten Aussage
- Stelle dir vor: Wenn jemand nur diesen einen Absatz liest, versteht er dann die Kernaussage?
2. Statistiken und konkrete Zahlen einbauen
Die Princeton-Studie zu GEO dokumentierte eine Sichtbarkeitssteigerung von bis zu 115% für niedrig rankende Inhalte, wenn spezifische Statistiken eingefügt wurden.
KI-Systeme lieben Fakten. Sie suchen nach zitierbaren Aussagen.
Beispiel Vorher/Nachher:
❌ «Unsere Lösung spart Zeit.»
✅ «Unsere Lösung reduziert die Bearbeitungszeit um durchschnittlich 47% (basierend auf Daten von 120 Kunden, Stand November 2024).»
Die zweite Version ist zitierbar. Die erste nicht.
Warum funktioniert das?
KI-Systeme sind darauf trainiert, Fakten zu erkennen und zu priorisieren. Eine konkrete Zahl mit Quellenangabe signalisiert: «Das ist eine belastbare Aussage, die ich zitieren kann.» Vage Formulierungen wie «spart Zeit» oder «verbessert die Effizienz» sind für KI-Systeme wertlos, sie können damit nichts anfangen.
Praktische Umsetzung:
- Füge, wo möglich, konkrete Zahlen ein
- Nenne die Quelle oder Grundlage (Studie, Kundendaten, Zeitraum)
- Aktualisiere Zahlen regelmässig und gib das Datum an
3. Zitiert werden statt ranken
Der neue Wettbewerb findet nicht um zehn blaue Links statt. Es geht darum, in einer einzigen synthetisierten Antwort als Quelle genannt zu werden.
Beispiel:
Wenn jemand Perplexity fragt «Was ist das beste CRM für Startups?», zeigt Perplexity eine zusammengefasste Antwort mit 3-5 Quellen. Nicht 10 Suchergebnisse zum Durchklicken.
Die Frage ist nicht mehr «Bin ich auf Seite 1?», sondern «Werde ich zitiert?»
Was das bedeutet:
Bei klassischem SEO konntest du auf Position 7 sein und trotzdem Traffic bekommen. Bei KI-Antworten gibt es oft nur 3-5 Quellen, die genannt werden. Der Rest geht leer aus.
Das erhöht den Druck, wirklich die beste Antwort zu liefern, nicht nur eine gute.
Praktische Umsetzung:
- Beantworte Fragen direkt und vollständig
- Sei die definitive Quelle für dein Thema
- Biete Mehrwert, den andere nicht haben (eigene Daten, Erfahrungen, Fallstudien)
4. Markenerwähnungen ohne Links
Das ist vielleicht die überraschendste Veränderung.
LLMs bewerten Markenbekanntheit auch ohne klassische Backlinks (das ist wenn eine andere Seite auf deine verlinkt). Eine konsistente Markenpräsenz über verschiedene Quellen wie Reddit, YouTube, Fachforen oder Podcasts beeinflusst, ob KI-Systeme deine Marke empfehlen.
Beispiel:
Wenn z. B. auf Reddit regelmässig jemand fragt «Welches Tool für X?» und deine Marke in den Antworten auftaucht (auch ohne Link zu deiner Website), lernt das LLM: Diese Marke ist relevant für dieses Thema.
Das ist neu: Du kannst «Autorität» aufbauen, ohne dass jemand auf dich verlinkt.
Warum funktioniert das?
LLMs werden auf riesigen Textmengen trainiert. Sie lernen Assoziationen: «Wenn Menschen über Thema X sprechen, erwähnen sie oft Marke Y.» Diese Assoziation entsteht durch Erwähnungen, nicht durch Links.
Praktische Umsetzung:
- Sei präsent in relevanten Communities (Reddit, Fachforen, als Gast in relevanten Blogs, PR, LinkedIn)
- Lass zufriedene Kunden über dich sprechen
- Baue eine Marke auf, über die Menschen reden (klassisches Branding, PR usw.)
5. Technische Besonderheiten
Hier wird's etwas technisch, aber es ist wichtig zu verstehen:
KI-Crawler rendern kein JavaScript
GPTBot, ClaudeBot, PerplexityBot sehen nur rohes HTML. Wenn deine Inhalte via React, Vue oder Angular erst im Browser geladen werden (Client-Side Rendering), sind sie für KI-Crawler unsichtbar.
Was bedeutet das konkret? Wenn du eine moderne Single-Page-Application hast, die Inhalte dynamisch lädt, sehen KI-Crawler möglicherweise nur eine leere Seite. Die Lösung: Server-Side Rendering (SSR) oder Static Site Generation (SSG).
ChatGPT nutzt den Bing-Index
Wenn deine Seite nicht in Bing indexiert ist, findet ChatGPT sie nicht bei Echtzeit-Suchen. Bing Webmaster Tools einrichten ist also nicht mehr optional.
Warum ist das wichtig? Viele Unternehmen haben sich jahrelang nur auf Google konzentriert. Bing wurde ignoriert. Das sollte man jetzt tatsächlich ändern: ChatGPT mit Browsing-Funktion nutzt Bing für aktuelle Informationen.
Schema-Markup muss serverseitig sein
Via JavaScript eingefügte strukturierte Daten sind für KI-Crawler unsichtbar. Das Schema-Markup muss im initialen HTML enthalten sein.
robots.txt: KI-Crawler erlauben
In deiner robots.txt-Datei kannst du steuern, welche Crawler deine Seite besuchen dürfen. Die wichtigsten KI-Crawler sind:
- GPTBot (OpenAI/ChatGPT)
- ClaudeBot (Anthropic/Claude)
- PerplexityBot (Perplexity)
- Google-Extended (Google AI Training)
Wenn du möchtest, dass KI-Systeme deine Inhalte finden und zitieren, solltest du sicherstellen, dass die folgenden Crawler nicht auf «disallow» stehen. Wenn nichts steht oder sie auf «allow» stehen, können Chatbots daraus zitieren. So sieht die robots.txt bei mir aus:

Bei mir sind also alle Crawler erlaubt und das macht für mich auch Sinn. Wenn ich jetzt ein Medienunternehmen wäre, wie der Tagesanzeiger oder die NZZ etc. möchte ich natürlich nicht, dass KI direkt aus dem kompletten Inhalt zitieren kann.
Was gleich bleibt (die 80-90%)
Die gute Nachricht: Wenn du bisher gutes SEO gemacht hast, bist du schon sehr weit. Die Grundlagen bleiben dieselben.
E-E-A-T ist wichtiger denn je
Experience, Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness. Diese Signale sind für KI-Sichtbarkeit sogar noch wichtiger geworden. KI-Systeme zitieren nur Quellen, denen sie «vertrauen».
Laut der Princeton-Studie haben Inhalte mit Zitierungen autoritativer Quellen eine 2,3-fach höhere Chance, von KI zitiert zu werden.
Was bedeutet E-E-A-T konkret?
Experience (Erfahrung): Zeige, dass du praktische Erfahrung mit dem Thema hast. Fallstudien, eigene Projekte, Kundenbeispiele.
Expertise: Zeige deine Fachkompetenz. Detaillierte Autorenbiografien, Qualifikationen, Veröffentlichungen.
Authoritativeness (Autorität): Werde als Autorität in deinem Bereich wahrgenommen. Erwähnungen in anderen Quellen, Zitierungen, Branchenanerkennung.
Trustworthiness (Vertrauenswürdigkeit): Sei transparent und ehrlich. Quellenangaben, ausgewogene Darstellung, aktuelle Informationen.
Praktische E-E-A-T-Signale:
- Detaillierte Autorenbiografien mit Qualifikationen und Foto
- Fallstudien mit messbaren Ergebnissen
- Ausgewogene Darstellung mit Vor- und Nachteilen
- Transparente Methodik («So haben wir das gemessen»)
- Aktuelle Publikationsdaten («Zuletzt aktualisiert: Dezember 2024»)
- Quellenangaben und Verlinkungen zu autoritativen Quellen
Klare Struktur
Die Grundlagen der Content-Struktur bleiben unverändert wichtig:
- H1, H2, H3 Hierarchie: Eine klare Überschriften-Struktur hilft sowohl Menschen als auch Maschinen, den Inhalt zu verstehen.
- Logische Informationsarchitektur: Vom Allgemeinen zum Spezifischen, vom Wichtigen zum Detail.
- FAQ-Sektionen: Fragen und Antworten sind perfekt für KI-Systeme, weil das Format genau dem entspricht, wie Menschen Chatbots nutzen.
- Interne Verlinkung: Hilft KI-Systemen, thematische Zusammenhänge zu verstehen.
Hochwertiger Content
Auch hier gilt: Was für Google funktioniert, funktioniert für KI. Und noch viel wichtiger: Für uns Menschen.
- Tiefgehend statt oberflächlich: Beantworte Fragen vollständig, nicht nur oberflächlich.
- Fragen der Zielgruppe beantworten: Was wollen deine Leser wirklich wissen?
- Aktuell halten: Veraltete Informationen werden von KI-Systemen weniger zitiert.
Wie die grossen Plattformen zitieren
Nicht alle KI-Systeme funktionieren exakt gleich. Hier ein Überblick, wie die wichtigsten Plattformen mit Quellen umgehen:
Perplexity
Perplexity ist der transparenteste Zitierer. Jede Antwort enthält nummerierte Inline-Zitierungen mit direkten Links. Du siehst genau, woher welche Information stammt.
Interessant: Laut einer Profound-Studie (30 Mio. Zitierungen, Aug 2024 – Juni 2025) ist Reddit die Top-Quelle bei Perplexity mit 46.7% aller Top-10-Zitierungen. Das zeigt, wie wichtig Community-Präsenz geworden ist.
ChatGPT (mit Browsing)
ChatGPT nutzt den Bing-Index für Echtzeit-Suchen. Wenn du ChatGPT eine aktuelle Frage stellst und es das Web durchsucht, greift es auf Bing zurück. Auch ChatGPT zeigt dir direkt die Links. Und wenn du klickst, sogar oftmals den «Chunk» (markiert) der verwendet wurde.
Interessant: Wikipedia dominiert mit 47.9% der Top-10-Quellen laut derselben Profound-Studie. Autoritative, etablierte Quellen werden bevorzugt.
Google AI Overviews
Google AI Overviews zeigen Quellenkarten neben der Zusammenfassung. Laut einer Ahrefs-Studie stammen 76% der zitierten Quellen aus den Top-10 organischen Suchergebnissen.
Was das bedeutet: Klassisches SEO bleibt hochrelevant für Google AI Overviews. Wer gut rankt, wird auch in AI Overviews zitiert.
Gemini (Google)
Gemini ist Googles KI-Assistent und nutzt natürlich den Google-Index für Web-Suchen. Die Integration mit der Google-Suche ist nahtlos, und Gemini zeigt Quellen direkt in den Antworten an.
Was das bedeutet: Wenn deine Seite bei Google gut indexiert ist und E-E-A-T-Signale stark sind, profitierst du auch bei Gemini. Die Nähe zur klassischen Google-Suche macht Gemini besonders relevant für alle, die bereits in SEO investiert haben.
Claude (mit Web-Suche)
Claude verwendet die Brave Search API für Web-Suchen. Brave ist eine datenschutzorientierte Suchmaschine mit eigenem Index. Natürlich listet auch Claude direkt die Quellen mit Links.
Schema-Markup: Was du wissen musst
Schema-Markup (strukturierte Daten) hilft Suchmaschinen und KI-Systemen, deine Inhalte besser zu verstehen. Es ist wie ein Etikett, das sagt: «Das hier ist eine FAQ», «Das ist ein Artikel», «Das ist ein Produkt».
Welche Schema-Typen sind relevant?
FAQPage: Für Frage-Antwort-Sektionen. Perfekt für KI-Systeme, weil das Format genau dem entspricht, wie Menschen Chatbots nutzen.
Article / BlogPosting: Für Artikel und Blogposts. Hilft bei der Entity-Erkennung (Identifikation von Personen, Orten, Organisationen im Text) und Autorenschaft.
HowTo: Für Anleitungen und Schritt-für-Schritt-Guides.
Organization / Person: Für Informationen über dein Unternehmen oder Autoren. Wichtig für E-E-A-T-Signale.
Product: Für Produktseiten mit Preisen, Bewertungen, Verfügbarkeit.
Wie implementiere ich Schema-Markup?
Das einfachste Format ist JSON-LD (JavaScript Object Notation for Linked Data). Es wird im <head> oder am Ende des <body> deiner Seite eingefügt.
Beispiel für FAQPage-Schema:
<script type="application/ld+json">
{
"@context": "https://schema.org",
"@type": "FAQPage",
"mainEntity": [
{
"@type": "Question",
"name": "Was kostet eine KI-Beratung?",
"acceptedAnswer": {
"@type": "Answer",
"text": "Eine KI-Beratung kostet ab CHF 1'500 für einen halben Tag..."
}
}
]
}
</script>
Tools für Schema-Markup
- Google Rich Results Test: Prüft, ob dein Schema-Markup korrekt ist und welche Rich Results möglich sind.
- Schema Markup Validator: Allgemeine Validierung von Schema.org-Markup.
- FAQPage Schema Generator: Generiert FAQPage-Schema aus deinen Fragen und Antworten.
Wichtig: Schema-Markup muss im initialen HTML enthalten sein, nicht via JavaScript nachgeladen. KI-Crawler rendern kein JavaScript.
Plugins für gängige CMS-Systeme
Wenn du nicht direkt im Code arbeiten willst:
WordPress:
- Yoast SEO (Premium) – Integrierte Schema-Markup-Funktionen
- Rank Math – Kostenlose Schema-Optionen
- Schema Pro – Spezialisiertes Plugin für umfangreiches Markup
Webflow:
- Schema-Markup über Custom Code im Head-Bereich
- Finsweet CMS Schema – Community-Tool für automatisches Markup
Shopify:
- JSON-LD for SEO – Automatisches Product-Schema
- SEO King – Umfassende Schema-Integration
Tools für Monitoring und Optimierung
Wie weisst du, ob deine Marke in KI-Antworten erscheint? Manuelles Testen ist mühsam. Zum Glück gibt es mittlerweile spezialisierte Tools:
Peec AI
KI-Search-Analytics für Marketing-Teams. Trackt Brand Mentions über ChatGPT, Perplexity, Gemini, Claude und mehr. Bietet Sentiment-Analyse (positiv/negativ/neutral) und Wettbewerbsvergleich. Das Tool kommt von einem jungen Startup aus Berlin. Preis: Ab 89 Euro/Monat los.
Profound
Tool aus den USA für KI-Sichtbarkeit. Bietet Echtzeit-Analytics und wurde von Unternehmen wie Ramp genutzt, um ihre AI-Sichtbarkeit schnell zu verbessern. Preis: Los geht's hier ab $99/Monat.
Otterly.AI
Monitoring-Plattform für die KI-Suche. Trackt deine Markenpräsenz auf Google AI Overviews, ChatGPT, Perplexity, Gemini und Microsoft Copilot. Zeigt, wie oft und in welchem Kontext du erwähnt wirst. Preis: Ab $29/Monat, kostenlose Testversion verfügbar.
Manuelles Monitoring
Du kannst auch einfach regelmässig relevante Fragen in ChatGPT und Perplexity eingeben und prüfen:
- Wird deine Marke erwähnt?
- In welchem Kontext?
- Welche Wettbewerber werden genannt?
- Welche Quellen werden zitiert?
Das ist zeitaufwändig, aber kostenlos und gibt dir ein gutes Gefühl für deine aktuelle Sichtbarkeit.
Quick-Win-Checkliste
Hier sind Dinge, die du diese Woche noch umsetzen kannst:
Content
- FAQ-Sektion auf wichtigsten Seiten hinzufügen
- Überschriften als Fragen formulieren («Was ist X?» statt «X Definition»)
- Jeden Absatz mit einer klaren Aussage beginnen
- Wo sinnvoll konkrete Zahlen und Statistiken einbauen (mit Quellenangabe)
- Autorenbiografie mit Qualifikationen und Foto erstellen (z. B. bei Blogposts)
- Publikationsdatum und «Zuletzt aktualisiert»-Datum hinzufügen
Technisch
- Bing Webmaster Tools einrichten
- Prüfen: Werden Inhalte serverseitig gerendert? (Rechtsklick → Seitenquelltext anzeigen → Ist der Content sichtbar?)
- robots.txt prüfen: Sind KI-Crawler erlaubt?
- Schema-Markup (mindestens FAQPage und Article) implementieren
- Sitemap aktuell halten
Branding
- In relevanten Communities aktiv werden (Reddit, LinkedIn, Fachforen)
- Gastbeiträge in Branchenpublikationen platzieren
- Zufriedene Kunden ermutigen, über dich zu sprechen
Key Takeaways
- 80-90% ist bekanntes SEO. Hochwertiger Content, klare Struktur, E-E-A-T. Das war und bleibt das Fundament.
- Die 10-20% Neues zählen. Absatz-Optimierung, Statistiken einbauen, Markenerwähnungen und technische Anpassungen für KI-Crawler.
- Bing wird plötzlich relevant. ChatGPT nutzt den Bing-Index. Bing Webmaster Tools einrichten ist Pflicht.
- Zitiert werden > Ranken. Es geht nicht mehr um 10 blaue Links, sondern um 3-5 Quellen in einer KI-Antwort.
- Markenaufbau ist das neue Linkbuilding. LLMs bewerten Erwähnungen, nicht nur Backlinks.
- Jetzt anfangen. Die Grundlagen legen, solange der Wettbewerb noch nicht aufgewacht ist.
Fazit
Die KI-Suche verändert nicht alles – aber genug, dass du dich damit beschäftigen solltest. Die gute Nachricht: Wenn du bisher gutes SEO gemacht hast, bist du schon 80-90% dort. Die restlichen 10-20% sind machbar und die Checkliste oben gibt dir einen konkreten Startpunkt.
Mein Rat: Fang diese Woche mit einem Quick-Win an. Bing Webmaster Tools einrichten, eine FAQ-Sektion hinzufügen, oder einfach mal deine Marke bei ChatGPT und Perplexity suchen. Du wirst überrascht sein, was du findest (oder eben nicht findest 😅).
Bis nächsten Sonntag 👋🏽
Andreas

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